Eigentlich hätte ich mir den Film nicht angesehen, wenn meine Eltern mich nicht eingeladen hätten. Aber nach 5 Minuten musste ich zugeben, dass mich die Geschichte fasziniert hat. - Sophie, 17
Während der acht Jahre, die ich mit den Dreharbeiten verbrachte, beantwortete ich bei Film-Networking- und Social-Events immer wieder die allgegenwärtige Frage nach meinem „aktuellen Projekt“. Dabei erfuhr ich, dass ich einen „Film für ältere Frauen“ drehte – wenn ich das Projekt beschrieb, reagierten Frauen über 50 in der Regel interessiert und begeistert. Andere schweiften ab. Ich meine: Natürlich, wen interessiert schon ein persönlicher Film über zwei alternde Frauen?
Deshalb, wenn ich bei Filmvorführungen mit einem Live-Publikum dabei sein kann, bin ich besonders gespannt, was die jungen Leute im Raum zu sagen haben. Ist 80 für sie einfach zu weit weg, um sich damit zu identifizieren?
Die Antwort lautet: Nein. Ich bin überrascht, wie sehr sie sich anschließend an den Gesprächen beteiligen. Viele junge Leute erzählen mir, dass der Film sie an ihre Großeltern denken lässt. Eine Teenagerin erzählte mir unter Tränen, dass sie ihren Großvater im Jahr zuvor verloren hatte und ihn während seiner Krankheit nur noch als Schatten seiner selbst gesehen hatte. Der Film half ihr, sich besser in sein Innenleben und seine Persönlichkeit hineinzuversetzen, selbst in der Gebrechlichkeit des Alterns, die zuvor ihren Eindruck von ihm geprägt hatte.
Eine andere junge Frau, vielleicht 18, kam nach dem Film mit ihrer besten Freundin auf mich zu. „Das ist meine ‚Barbara‘“, sagte sie mir. „Ich hoffe, wir sind auch mit 80 noch beste Freundinnen.“

